⌂ Igor Korol

Biografie auf meine Art und Weise

Igor Korol, Jahrgang 1975, Geboren und aufgewachsen in Basel-Stadt, in der Schweiz. Zur Zeit lebe und arbeite ich im Kanton Baselland, umgeben von viel Natur, in einem ursprünglich erhaltenen kleinen Dorf am Fusse des Jura Gebirges.

Meine Herangehensweise, meine Idee von Kunst in einige, einzelne Punkte zusammengefasst:

Kreativität

Eine meiner Ideen beim machen von Kunst ist, die kreative Gabe die jedem Menschen inne ist, mittels künstlerischen Arbeiten sichtbar zu machen, um die Lust an der kreativen Gabe im Betrachter zu wecken, jenen zum nutzen dieser zu animieren, mit dem Ziel, diese auch für ihn zur zu nutzenden Möglichkeit in jedem Lebensbereich werden zu lassen.  Schritt für Schritt, dank jedermanns Kreativität zu mehr Spass im Leben des einzelnen und wie ich glaube auf lange Sicht auch zu mehr Umweltschutz dank versiertem Umgang und durch nutzen von Kreativität in vielen Lebensbereichen.

Mit etwas mehr kreativer Handlung lässt sich vieles aufwerten. Lasst uns die in uns schlummernde Kreativität in jedem Bereich des Lebens vermehrt nutzen. Denn diese gibt immer eine spannende Alternative im Vorgehen vor, sie bietet immer eine genau so gute und einfache Möglichkeit an, wie die scheinbar erste oder oft einfachste. Man muss sich nur dessen bewusst werden das ein jeder diese Gabe besitzt und diese nach belieben einsetzen und nutzen kann. Meiner Ansicht nach liessen sich so Beispielsweise sehr viele Ressourcen sparen, sowohl in der Kunst, als auch überall sonst. Dies versuche ich spielerisch aufzuzeigen, vor allem mit meinen bunt zusammengewürfelten Bildskulpturen.

Die Kreativität ist für mich die Essenz von Kunst. Vielleicht sogar, unter anderem, auch ein Motor und ein Antrieb von Evolution. Somit ist Evolution eng verbunden mit Kreativität. Mir scheint das wir diese in uns ruhende, unglaubliche Gabe zu wenig als Faktor nutzen, um den Problemen der heutigen Zeit zu begegnen.  Jedoch beobachte ich immer mehr positive Beispiele wo diese genutzt wird. Zum Beispiel bei Problemen von zuviel Verpackungsmaterial an Lebensmitteln. Neue und kreative Ideen tragen mittlerweile dazu bei das wir als Gesellschaft Missstände verbessern. Siehe als Beispiel die verpackungslosen Lebensmittelläden. Ich, der Künstler, welcher mich dieser Gabe täglich bediene, möchte alle dazu animieren jene auch zu nutzen.

Recycling

Nachhaltigkeit ist mir als Mensch seit Jahren ein anliegen. Dies fliest bei mir in das Kunstschaffen mit ein. Kunst und Kunstschaffender lassen sich bei mir nicht von eine ander trennen. Ich der Mensch und meine Kunst sind möglichst eins. 

Ich sehe bereits vorhandenes als Antwort auf Konsum von neuem. Damit setzte ich mich stark auseinander. Ich stufe schon existierendes, produziertes, brach liegendes, schon gegebenes als notwendige Ressource ein, auch in der Kunst. Eine Antwort geben auf diese selbst auferlegte Aufgabe, aus vorhandenen Ressourcen zufriedenstellende Arbeiten zu bekommen, dass reizt mich sehr. Um immer die gleiche Kraft zu erzeugen, ohne Kompromiss, wie bei freier Wahl der Ressource, nutze ich und setze ich voll und ganz auf die Gabe und Urkraft der Kreativität. Denn diese macht alles Möglich aus meiner Sicht. 

Ich wiederhole mich hier gerne wenn ich sage, meiner Meinung nach ist eine der Antworten auf zukünftige Probleme, die sich scheinbar häufen und sich nicht zuletzt in der Viruskrise zeigen, das nutzen von Kreativität zum verbessern von Missständen. In meinem Beispiel, mit der Wiederverwendung von Materialien beim Bau von Skulpturen. Nicht zuletzt aus einer Notwenigkeit heraus um dem Umweltschutz Rechnung zu tragen, selbst als frei schaffender Künstler. 

Die Kreativität als Katalysator genutzt hin zu „neuen“ Werken trotz  „altem“ Material. Deshalb verwende ich bei meinen Skulpturen gefundene und bereits vorhandene Materialien und bei meinen Gemälden, nutze ich u.a. aussortierte Jutesäcke um auf diese zu malen. Ich erlaube mir hier zu sagen das ich dies seit über 10 Jahren mache. Ebenso lange wie ich Kunst mache, dies sind ca. 12 Jahre. Speziell bei meine Skulpturen ist dies auch deutlich zu sehen. Es ist nicht nur eine Floskel, ich würde Material wiederverwenden aber in den Arbeiten ist weit und breit nichts zu sehen davon.

Farben nutze ich bis zum letzten Schluss und ich reagiere auf das was ich habe anstatt neues zu besorgen nach belieben. Erst wenn ich gar keine Farben mehr habe beschaffe ich mir neue. So fordere und fördere ich meine kreative Gabe. Gepaart mit Intuition, entscheidet und gestaltet diese so stark mit. Diese erzeugte, erschwerte Situation erhöht die Spannung bei der Reaktion auf der Leinwand.

Dies mache ich ohne dabei irgend einen Verlust in Kauf zu nehmen, wohl gemerkt! Denn dies ist ein Ziel der Übung. Ich will zeigen das es „nur“ mittels der Kraft des kreativen möglich ist genau das gleich gute Ergebnis zu bekomme wie mit unbegrenztem Mitteln. Sprich das gegebene lässt sich zum machen von Kunst so zu nutzen, das kein Verlust zu verspüren ist und dies müsste dann auch in jedem anderen Aspekt des gesellschaftlichen Lebens möglich sein. Davon bin ich überzeugt und dazu möchte mit meiner Kunst aufrufen. Bei meinen Arbeiten bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 

Intuition

Des weiteren ist ein ganz elementarer und sehr wichtiger Punkt in meiner Kunst, das sich öffnen und die Hingabe an die Intuition. Das intuitive Vorgehen setzt jeden Pinselstrich, hier öffne ich mich ganz diesem Momentum beim Malen. Das selbe gilt für die Skulpturen, ich versuche die Idee zu erfassen, zu erspüren und umzusetzen. 

Humor & Herz statt erhobener Zeigefinger

Nur Kritik und der erhobene Zeigefinger genügt für mich nicht als Kunst. Freude und Humor soll meine Kunst vor allem haben. Mahnen darf sie auch, jedoch mit deutlichem Hang zu positivem, so sehe ich meine Arbeiten. Ein Kunstaufruf zur Lebensfreude soll sie sein. Missstände werden zu viel durchgekaut in der Kunst, ich beobachte dieses Mittel oft an vorderster Stelle bei vielen Kunstschaffenden. Ich finde das aufzeigen selbiger passt mehr in Gegenden in welchen diese Missstände täglich spürbar sind und nicht zu uns in die heile Welt der Schweiz (verglichen mit anderen Regionen). 

Heutzutage sollte, dies wünschte ich mir weil ich es so empfinde und beobachte, eine etwas in Vergessenheit geratene aber wichtige Aufgabe der Kunst sein und hier beziehe ich mich wie erwähnt auf unsere Region die Schweiz, positive Impulse zu setzen. Den negativen Tendenzen sollte Kunst, durch repetieren dieser, nicht noch eine weitere Plattform geben. Schlussendlich wird so im Grunde nur noch mehr Werbung für jene negativen Tendenzen in der Welt der Menschen gemacht. Diese werden so unterbewusst akzeptiert und eigentlich schlicht etabliert und legitimiert. Das behaupte ich zumindest. Hierbei sehe ich keinen positiven Effekt. Der Künstler bestärkt im Endeffekt mit seinem Schaffen nur noch mehr das Negative, indem er diesem noch eine Plattform mehr gibt im Ausstellungsraum. Losgelöst davon sollte Kunst heute mehr dastehen und Dinge offener lassen, weniger dem Verstand und mehr dem Gefühl zuträglich sein. Stattdessen ist sie oft nur intellektueller Journalismus auf Negatives. Hier gehe ich den Weg welchen ich als richtig empfinde und verweigere mich mit klarem Blick dieser „Negativ-Methode“, auch weil ich Sie als populistisch und wie gesagt, als nicht nötig empfinde in unserem Kulturkreis.

Die Lebensbejahende Aufgabe der Kunst, hier positioniere ich mich. Es ist für mich an der Zeit Lebensfreude vermehrt mit Kunst zum Betrachter zu bringen. Dies mache ich vor allem durch meine bunte Art und Weise. Ich sage in der heutigen Zeit, im hier und jetzt ist meine Position und Aussage: 

„Um Negatives zu wandeln, positives erschaffen!“

Vielfalt

Von Pop-Art über Züge von Futurismus und Kubismus bis zum abstrakten Expressionismus, impressionistische Momente und Konstruktivismus, figuratives und abstraktes schneide ich an, all dies fliesst bei mir zu meinen Farben und Formen und Ideen, zu meiner zeitgenössischen Kunst.

Authentizität

Ich traue mich etwas, nämlich eigen zu sein. Weder kopiere noch zitiere ich irgend einen anderen Künstler. Davon halte ich nichts. Alles was Sie von mir sehen entspringt meinen Ideen, meinem Werdegang.

Werdegang, Lebenslauf und Kurzbiografie in einem

Das Zeichnen war meine bevorzugte Sprache, um im Kindergarten der deutschen Sprache noch nicht mächtig, verstanden zu werden. Talent darin war förderlich um mittels dieser Sprache Anerkennung, Verständnis und Akzeptanz zu bekommen. Später als Jugendlicher, in anderer, ausgeprägter Form, mittels Zeichnen und Sprayen von Graffiti, zwischen 15 bis 25 jährig, in unzähligen bunten Schriftzügen auf Papier und auf Wänden in Basel, wuchs das künstlerische Leben zu einem grossen Teil in mir heran. Anschliessend, während der Ausbildung zum Gestalter an der Schule für Gestaltung Basel, mit Museen in Kontakt kommend und fasziniert von den Bildern im Kunstmuseum Basel und sogleich angezogen von diesen Werken, führte mein Weg hin zum Malen auf Leinwand und zum Eintauchen in die vielseitige Welt der Kunst.

Die Suche nach der zu mir passenden Sprache, der eigenen Form des Ausdrucks, technisch und formal und schliesslich inhaltlich, ist seit je her der grösste Antrieb in mir gewesen. Ich war sehr jung, Anfänger mit Graffiti, da gab es einen Moment als alle im Jugendzentrum einem erfahrenen Sprayer ihre Skizzen zeigten. Ich hatte das Gefühl jeder bemühte sich seine Erwartungen zu erfüllen. Ich dagegen beschloss, einfach das zu machen was mir gefällt. Zu meiner grossen Überraschung war jener nur von meiner Zeichnung wirklich angetan. Dieser Schlüsselmoment, als 15 jähriger, führte dazu, dass ich absolut nie etwas kopiert habe als Graffitikünstler und die Suche nach eigenem Ausdruck für mich eine Selbstverständlichkeit wurde. Viele Jahre später und Ereignisse welche den Menschen auf seinem Weg durch das Leben prägen, stellte sich mir die gleiche Frage als Kunstschaffender wieder. Diesmal konnte ich, so sehr ich auch wollte, diese kritisierende Stimme im Kopf nicht zum Schweigen bringen, die mir im Nacken sass und bei jeder Arbeit mitsprach und im übertragenen Sinn sagte: Wird das den anderen gefallen? Kannst du das so oder so machen? Diese Massregelung war eine Geisel und sie hatte sich bei mir eingeschlichen auf meinem Lebensweg. Dieses Quäntchen Kontrolle, das mich nicht von der Leine frei liess, was ich als quälend und bremsend empfand, konnte es nicht sein. Nur die absolute freie, innere und sichere Wahl der Antwort in jedem Handeln und auf jede beliebige Frage ergibt spezifische, eigene, schlicht die wertvollsten Ergebnisse. Alles muss total losgelöst von hierarchischer Wertung sein, um sich der Grenze des wirklich Wertvollen anzunähern. Nicht anders in der Kunst.

Skulptur als Loslöser von Zwängen: Wie es der Zufall wollte, fing ich eines Tages an, Dinge, oft kleine Alltagsgegenstände, in meine Bilder zu kleben. Und wie ich sage: fielen diese Objekte irgendwann aus den Bildern zu Boden und ich machte „rein“ Skulpturen daraus. Beim Machen der Skulpturen kam plötzlich die verloren geglaubte Sicherheit wieder, welche ich beim Malen nie so empfunden hatte, wie es damals beim Machen von Graffiti der Fall gewesen war. Die Skulpturen jedoch flossen wie Wasser aus mir. Und wie es mein Wesenszug ist, folgte ich uneingeschränkt dem Weg der sich mir öffnete. Einige Jahre habe ich so ganz unerwartet nur noch Skulpturen gemacht. Hunderte Arbeiten sind entstanden. In dieser „Zeit der Skulpturen“ überwand ich gefühlt diese komische Form der Selbstkontrolle, dieser Selbstkasteiung. 

Eines Tages entstand auch wieder der Wunsch zu malen. Aber wo war ich als Maler? Ich setzte dort an, wo ich vor Jahren aufgehört hatte. Zweifel machten sich jedoch bald wieder breit. Die Malerei war und ist für mich die herausfordernste Kunstform. Der Anspruch, verglichen mit dem Ergebnis, liessen mich als Maler wieder schnell zweifeln, ob ich in der Lage bin ein Bild zu malen, das mir gefällt. Nach Möglichkeiten suchen, welche es mir einfach machen würden, das will und wollte ich nie. Welch Glück für mich, hatte ich während dem Malen eines Portrait-Bildes, diesen speziellen malerischen Moment, mit der so wichtigen Erkenntnis, ganz auf die Intuition, ganz auf die sogenannte innere Stimme zu hören. Darüber hinaus entdeckte ich beim selben Gemälde, dem freien Portrait einer Frau, eine Art flache Malweise wie ich es nenne, wobei sich alles, grob gesagt, auf einer Ebene abspielt, ohne jegliche räumliche Elemente im Bild. Was, wie ich später bemerkte, der erste Schritt hin zur abstrakten Malerei war, jedoch viel wichtiger, folgte ich nur dem Gefühl und liess mich gänzlich davon leiten. Eigentlich befolgte ich einfach und tat schlicht das, was zu tun war. Etwas erschrocken vom Geschehenen und es brauchte einige Zeit um diesen Prozess zu verinnerlichen, aber ich habe es mittlerweile geschafft, ist dies nun meine Vorgehensweise. Intuition und Verstand in Einklang bringen, um so die kreative Energie malerisch zu Tage zu bringen.

Beim Machen von Skulpturen bin ich mehrheitlich so vorgegangen ohne es zu realisieren und diese Art und Weise hatte sich in mir verinnerlicht und öffnete mir nun die Tür, dies immer mehr auf die Malerei umzumünzen. Um so mehr als das intuitive Malen in der Abstraktion etwas fand, das diesem wunderbar in die Hände spielte. Von da an empfinde ich bei meiner Malerei grosse Schritte in meine ganz eigenen Richtung. Beim Abstrakten, im Gegensatz zum Figurativen, welches ich bis auf wenige Ausnahmen aufgeben habe, bietet sich mir die Möglichkeit dem Gefühl uneingeschränkt zu folgen. Dies liegt mir, hierbei kann ich ganz in der Malerei aufgehen und alle meine Fähigkeiten einbringen. Wie zum Beispiel die Zeichnerischen, denn zu meinem Glück verfüge ich technisch über eine gute Kontrolle des Mediums welches ich verwende, auch dank motorischen Fähigkeiten welche ich in jahrelangem Zeichnen erworben habe. Zudem bin ich dabei diese spannenden Prozesse zu Papier zu bringen. Text hilft mir diese Prozesse zu beleuchten die bei mir künstlerisch passieren und passiert sind. 

Eigenschaften von Gefühlen: In allem ist etwas Bestimmtes, so auch in der abstrakten Gefühlsmalerei oder anders im abstrakten Expressionismus, wie ich meinen Stil bezeichne. Gefühle ausgedrückt in Form und Farbe lassen sich abgesehen davon, ob figurativ oder abstrakt gezeigt, erstens schwer und zweitens nie losgelöst von den ihnen eigenen Eigenschaften zeigen. Schliesslich sind Gefühle gegeben und beruhen auf sehr komplexen Zusammenhängen. Sie prägen das Leben und machen den Menschen einzigartig im Empfinden jener. Schnittstelle sind sie zwischen innen und aussen. Gefühle sind auch ein Antrieb des Daseins. Ein Karussell des Inneren, manchmal nahe am Chaos, aber auch die Ordnung gebend. Arbeit erfordernd und anspruchsvoll, sowie leicht, atmend und Ruhe gebend, je nachdem, wie man es möchte oder kann. Um unsere Gefühlswelten abstrakt und frei wiederzugeben, zu malen, benötigt es Erfahrung, Übung und eine Technik, welche bei der Umsetzung nicht im Weg steht, dies ist hilfreich, ja sogar essentiell. In der intuitiven Malweise kommen die Gefühle immer mit in ein Bild. Die Eingebung, das Gefühlsgerüst, die Stimmung, der Moment, die Entscheidung. Spannende Situationen die ein Jonglieren mit dem Herzen, dem Verstand und dem öffnen für die umgebenden sichtbaren und unsichtbaren Dinge mit sich bringen, so empfinde ich Malerei.

Eigenschaften von Farben: Ein weiterer spannender Punkt in der abstrakten Malerei sind die Eigenschaften von Farben. Farben haben in der Natur oft einen Nutzen. Sie signalisieren der Umgebung, mehr oder weniger deutlich, oft auch intuitiv und auch auf unser Unterbewusstes zielend, es sei Vorsicht geboten oder aber sie locken an, bieten etwas an. Ein Rot kann beide Funktionen haben. Siehe den Fliegenpilz, (man beachte jedoch die weissen Punkte) oder einen roten Apfel (man beachte hier die sinnliche Form). Hier mischt sich Erfahrung, Instinkt, Intuition und natürlich Gelerntes und lässt uns so die Farbe deuten und verstehen. In kurzen Sätzen der Farbe und ihrer Vielfalt gerecht zu werden, ist unmöglich. Deshalb nur dieses eine kurze Beispiel, das die Komplexität aufzeigt und unterstreicht, was alles Einfluss nimmt auf die intuitive, abstrakte Malerei. Die intuitive Herangehensweise lässt bei all den Gegebenheiten noch Platz für die spontane Reaktion. Damit arbeite ich. Meiner Meinung nach ist die Intuition dem Verstand im Verarbeiten dieser Vielzahl von Informationen überlegen. Diese spannende Zusammenkunft der verschiedenen Farben, mitsamt ihren Eigenschaften, ihre Herkunft, entweder betonend oder losgelöst von ihrer Herkunft, zu erfassen und zu spannendem Zusammenspiel, zur Komposition, zu neuen Definitionen, also zum gemalten Bild zu bringen, hier versuche ich mich.

Verstand und Logik dominieren: In der heutigen Epoche, der jetzigen Zeit, ist die Tugend der Gefühle nicht gefragt. Die Menschheit setzt als Antwort auf jede Frage, die Kraft des Intellektes. Mathematisches, ergebnisorientiertes, messbares und geregeltes Denken prägt praktisch jede Form unserer Gesellschaft. Diese Form des geregelten Denkens bietet eine Absicherung der eigenen Handlungen. Ich kann mich auf Regeln berufen und somit mein Handeln nach dieser gegebenen Form legitimieren. Die Eigenverantwortung wird peaux a peaux abgegeben und von diesen Regelformen überschattet. Dies empfinde ich als ein dunkles Zeitphänomen. Welches enorme, negative Auswirkungen hat auf viele Lebensbereiche, nicht zuletzt auf die Kunst. Für mich ein Grund, um so mehr dem inneren Wort und dem Gefühl zu folgen, als Gegenpunkt zu diesem so von mir empfundenen Zeitgeschehen. Ich fordere auch jeden auf, sich zu überdenken und sich die Frage zu stellen: Werde ich mir gerecht, der Gänze meines Menschseins, übernehme ich moralische Verantwortung gegenüber dem grossen Ganzen, was bin ich und wie möchte ich sein in der Welt. Für einen Künstler ist die Frage der Moral und der Umgang damit wichtiger als der Erfolg seines Werkes bei seinen Mitmenschen. Die Moral bestimmt meine ersten Schritte als Mensch und als Künstler. 

Ich denke deshalb viel darüber nach, werden wir dem was wir sind, nämlich Menschen, und zusammen die Menschheit, gerecht? Wenn wir uns unsere Möglichkeiten anschauen und wenn wir das Ergebnis mit der heutigen Welt und deren Zustand vergleichen, behaupte ich, eher nein. Im Gegenteil, wir leben eine primitive Form unseres Wesens. Siehe Rassismus, Umweltverschmutzung, Drogen und Alkoholkonsum, Vereinsamung, Entfremdung von sich selbst, Kompensation durch Konsum, Verlust von Eigenständigkeit oder auch, schlicht gesagt, es gibt zu viel „Nonsens“, also Unsinniges, das unseren Alltag prägt. Sprich, unbedachtes, einem zu klugem, einem zum denken fähigen menschlichen Wesen unwürdiges Verhalten. Die Welt ist an einem sehr kritischen Punkt, so gesehen. Eventuell auch in der Kunst und inwiefern sind diese Mechanismen in der Malerei angekommen, das frage ich mich? Deshalb setze ich als Mensch und als Maler und Macher von Skulpturen, diesem von mir so empfundenen negativen Phänomen, die pure Lebensfreude als Antwort entgegen. Das Öffnen dem Inneren, der Farbe und Form freien Raum gebend, ohne Rücksicht auf irgendwelche Trends oder Marktregeln der heutigen Zeit, weil von mir so als Notwendigkeit empfunden.

Kunst als Multiplizierung des Negativen:  Eine kritisierende Antwort auf negative Zeitphänomene, welche ich oft bei Künstlern sehe, ist für mich nur eine Multiplizierung und Eingliederung in die negativen Tendenzen. Durch die künstlerische Kritik an Mängeln und das Thematisieren dieser, werden diese Themen oft nur multipliziert. Diese Art der Kritik darf natürlich vorkommen und von Künstlern genutzt werden, jedoch wird sie zu oft und zu plakativ verwendet, meiner Meinung nach. Dieser Form von kritischer Kunst wird Raum dort gegeben, wo Raum sein sollte für freie Kunst. Losgelöst davon sollte Kunst dastehen und Dinge offener lassen, weniger dem Verstand und mehr dem Gefühl zuträglich sein. Stattdessen ist sie oft nur intellektueller Journalismus auf Negatives. Wenn diese Gesellschaftskritik mit einer Prise Humor geschieht, gefällt es mir persönlich besser. Ich frage mich jedoch, ob bildende Kunst diese Aufgabe heute überhaupt so intensiv hat, wie ich es beobachte und nicht vielmehr Satire oder Journalismus. Vor allem in unserem friedlichen Kulturkreis. Heutzutage ist, meiner Meinung nach, die Aufgabe der Kunst und hier beziehe ich mich auf unsere Region die Schweiz, sich davon zu lösen und positive Impulse zu setzen und sich nicht am gleichen Tisch mit den Machern dieser schlimmen Dinge zu streiten. Diesen negativen Tendenzen sollte Kunst, durch repetieren dieser, nicht noch eine weitere Plattform geben. Schlussendlich wird sie dadurch nur ein Glied in der Kette des negativen und somit wiederum nur unterbewusste Werbung für jene Welt. Diese so akzeptierend und eigentlich noch mehr etablierend und legitimierend. Der Künstler arbeitet so nicht losgelöst vom Negativen und bestärkt es im Endeffekt mit seinem Schaffen nur noch mehr indem er diesem nur noch eine Plattform mehr gibt.

Nichts desto trotz soll Kunst aufmerksam machen und auch kritisieren dürfen. Für mich im speziellen Missstände unseren Alltag betreffend aber bitte nur wenn sie aus wirklicher Notwendigkeit kommt. Hier muss ich aus meiner Sicht sagen das in unseren Gefilden viel gutes existiert und dass das positive hervorheben dieser guten Dinge die gleich und noch viel bessere Wirkung auf die Gesellschaft haben kann als Kritik, als die negative Form der Kritik. Dies ist mein persönlicher Ansatz. Ein weiterer Punkt, an dies anschliessend ist, dass für mich der Betrachter von Kunst heutzutage stark gefragt ist, um nämlich solche Kritik zu legitimieren oder in Frage zu stellen, um so zu verhindern, dass diese genutzt wird, um fehlenden Inhalt im künstlerischen Sinn zu verschleiern. Jede ehrliche Aussage, ob positiv oder negativ ist im Grunde erlaubt, nur darf sie nicht als Mittel zum Zweck verwendet werden, was wie ich finde zu oft unbedacht geschieht, um den fehlenden Kern in Arbeiten zu verhüllen.

Mutig beiseite schiebend, setze ich dem, Positivität in künstlerischen Arbeiten und Malen nach Herzenslust entgegen. Wirken im ehrlichen Dialog mit sich selbst. Dazu möchte ich mit meinen Bildern und Skulpturen auch auffordern. Zur Lebensfreude, zum Guten, zum Weg des Glücks, der dem Menschen frei offen steht von Mutter Natur. Ich denke, nur so lässt sich wirklich vielen negativen Trends entgegenwirken. Bedachtes, authentisches Handeln ist nötig, um im Wirken/Malen, eine eigene, kreative und kunstvolle, sowie zeitgemässe Aussage zu bekommen. Das ist auch ein Kern meiner künstlerischen Aussage und daran arbeite ich.

„Um Negatives zu wandeln, positives erschaffen.“

Zum Entdecken der eigenen Vielseitigkeit animieren, dies mit der Kunst innewohnenden Macht und den vielen Möglichkeiten ihrer individuellen Ausdrucksformen. Dem Inneren äussere Formen geben, diese sichtbar machen, Gefühle des Einzelnen sichtbar machen und diese somit als gemeinsame Empfindung sichtbar zu haben. Der Versuch Energie und Kraft in meinen Arbeiten freien Lauf zu lassen, mit der Hoffnung in der Begegnung mit dem Gegenüber einen Impuls zu setzen, um so bestenfalls, positive Kraft und Wirkung zu erzeugen. Das wäre mehr als ich mir erhoffen kann, darüber wäre ich froh und dankbar. Darum bitte ich Sie, lassen Sie sich auf meine Arbeiten ein und nehmen Sie, wenn es geht, etwas mit das Sie für eine Sekunde beflügelt. Dies ist das, was ich über die Ausdrucksform der Kunst geben kann und will

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