⌂ Igor Korol

Malerei nach Intuition, Skulptur als Recycling & Bildskulptur als Markenzeichen!

Text zu Arbeiten über und von Igor Korol

Zuerst ein kurzes Vorwort, dann erkläre ich in Kapiteln meine Malerei als erstes, dann das Vorgehen bei Skulpturen und zum Schluss umschreibe ich den Begriff Bildskulptur und die damit verbundenen Arbeiten.

Vorwort

„Ich öffne mich dem Gefühl, dann ist die Eingebung federführend.“

Viele Zusammenhänge ergeben für mich Kunst. Der Verstand, also Denkprozesse basierend auf Logik, können einen grossen Teil übernehmen. Den grösseren Teil übernimmt bei mir das Gefühl welches unabhängig vom Verstand eigene Prozesse durchläuft. Diese grosse „Gefühlsmathematik“ ist in der Lage sämtliche Aufgaben auf eine spannende Art und Weise zu überblicken ohne dass der Verstand mithalten kann. 

Das Gefühl, oder nennen wir es anders, der Instinkt und wieder anders, die Eingebung, gibt bei meinem Vorgehen den Takt an. Die Eingebung spielt bei jeder gesetzten Farbe oder Form und den unzähligen, zukünftigen Chancen und Varianten die Hauptrolle. Ich öffne mich dieser, bediene mich ihrer, lasse diese geschehen, ich führe aus und erschaffe zu sichtbarem.

Meiner Ansicht nach ist dieser Moment und die Hingebung an diesen kreativen Moment das Schöne beim Erschaffen, oder vielmehr beim Entdecken von Kunstvollem. Nur das Gefühl hat die Kapazität, in Zusammenarbeit und dem Verstand helfend, diesem vorgesetzt, mittels tiefstem gegenseitigem Vertrauen, dies für mich zufriedenstellend zu tun.

Die Hingabe, das Loslassen und Beobachten während dem Kreieren, ohne „reines“ Denken, ohne das ausschliessliche, vorgelagerte Nutzen des Verstandes, ohne erzwungene Lösungssuche, dort setze ich an. Mittels Verstand wäge ich wiederum ab, gezielter oder offener, welche der gegebenen Möglichkeiten umgesetzt wird. Dies alles läuft in Sekundenschnelle ab. Es basiert auf Vertrauen, Erfahrung und völliger Hingabe. Im Inneren entsteht eine Harmonie während des Geschehens, welche sich hoffentlich in der Ausführung widerspiegelt.

Malerei

Eine wichtige und spannende Erkenntnis, mein abstraktes Malen betreffend ist, dass die Stärke der abstrakten Malerei für mich darin liegt, dass diese sich gänzlich auf den Ausdruck von Gefühlen konzentrieren kann. Während sich die figurative Darstellung, zuerst auf das gezeigte Motiv im Vordergrund und dann auf den Ausdruck, die individuelle Definition dessen, zu fokussieren hat, darf die abstrakte Malerei, wie in meinen Bildern, von Anfang an dem Gefühl, der Intuition und der Eingebung zuträglich sein.

Spuren auf unterschiedlichen Maluntergründen, Falten auf Leinen z. Bsp., oder auch Risse auf alter Jute dienen mir oft als erster Ausgangspunkt. Auf diese bereits vorhandenen Spuren, auf diese Linien und Räume, auf diesen Leitfaden reagiere ich gerne als Einstieg in eine zu bemalende Fläche. Genauso kann es auch nur ein Hauch von einer Spur sein, mehr dem geistigen Auge sichtbar, wie es auch sein kann das ich schlicht einer Idee folge und mir die zu malende Fläche ausdenke. Ich suche, finde und erschliesst mir immer als erstes einen Ausgangspunkt. Von diesem Moment an mische ich Intuition und Idee und vertraue stets auf die Kraft meiner Kreativität. So erarbeite ich die Färbung der Leinwand.

Auf diese Art und Weise entsteht aus bestehenden Momenten fortlaufend eine Geschichte. Geleitet von Intuition kommt Farbe in Form gegossen dazu. Stück für Stück erbaut, ermalt sich ein Bild ganz von selbst. Farbe für Farbe, Fläche für Fläche, zeichnet sich ihren Weg bis zum Schluss eines Bildes. 

Bei meinen Bildern wird eine Fläche auf der Leinwand, oft nur einmal mit Farbe bemalt. Jeder Strich bleibt genau so stehen wie er direkt gesetzt wurde. Die Komposition entsteht also in einem Wurf. Dies rührt vom völligen Vertrauen in die Eingebung her, welche bei jedem noch so kleinen Strich mitredet und mir die Arbeit leicht macht. Das öffnen diesen und das entdecken dieser Prozesse hingegen war eine lange und spannende Reise. 

Ölpastellkreide, Ölstifte oder Ölfarbe benutze ich zum malen. Der zeichnerische Kontakt mit dem Medium Leinwand, welcher bei den Stiften direkter ist als mit dem Pinsel und die damit verbundene haptische Komponente, entsprechen mir genau so gut, wie das auftragen mit dem Pinsel. Ich würde es ein sinnliches Schaffen nennen, wie die Hand mit den ihr zur Verfügung stehenden Medien umgeht und es korrespondiert wunderbar mit dem loslassen und der völligen Hingebung an die Eingebung während dem Malen.

Eine Eigenheit von mir ist, dass ich meine benutzten Farben verwende bis kein Stück mehr übrig ist. Erst wenn praktisch absolut keine Farbe mehr vorhanden ist besorge ich neue Farben. Es kann also sein das eine Ölpastellkreide bis zur Grösse von einigen Millimetern, eigentlich so lange verwendet wird, bis gar nichts mehr übrig ist. Wenn sie verbruacht ist, wird sie nicht ersetzt durch eine selbibe. Das ist dann einfach so, diese Farbe kommt ab dort nicht mehr in diesem Bild vor.

Es gibt für mich keine Farbe die unbedingt nötig ist. Im Gegenteil, ich reagiere auf jede vorhandene Farbe mittels Intuition und Idee und überbrücke so die Schwierigkeit die sich stellt, vorhandenes einzubauen ohne Abstriche zu machen. Jede Farbe lässt sich in harmonischen Zusammenhang mit jeder beliebigen anderen Farbe setzten. Das Entscheidende ist, um welche Farbe es sich handelt und in welche Form sie gelegt, in welche Form sie gegossen wird, im Verhältnis zur benachbarten oder dazu oder entgegengesetzten Farbe. 

Ich reagiere mit der passenden Form, Grösse, Stärke und Dichte jeder gesetzten Farbe auf die bereits zuvor gesetzte Farbe um so das passende Mass für jede Situation zu finden. Je mehr Flächen aufeinander treffen desto mehr Einfluss kommt in das Geschehen. Hier ist die Intuition federführend und bei schneller Arbeitsweise, wie der meinen, ein unerlässlicher Helfer.

Die reizvolle Herausforderung, vorhandene Farbe konsequent zu nutzen, nehme ich aus Überzeugung an, auch mit dem Hintergedanken der Ressourcenschonung im Hinblick auf Umweltverschmutzung und als Konsequenz zu meinem sonstigen Verhalten bezüglich Umweltschutz. 

Ich sehe bereits vorhandenes als Antwort auf Konsum. Damit setzte ich mich stark auseinander. Ich stufe vorhandenes und gegebenes als notwendige Ressource ein. Mein Umgang, meine Antwort, also diese selbst auferlegte Aufgabe, aus vorhandenen Ressourcen zufriedenstellende Arbeiten zu bekommen, dass reizt mich sehr. Um immer die gleiche Kraft zu erzeugen, ohne Kompromiss, wie bei freier Wahl der Ressource, nutze ich und setze ich voll und ganz auf die Gabe und Urkraft der Kreativität. Denn diese macht alles Möglich aus meiner Sicht. 

Ich kombiniere jede Farbe mit jeder beliebigen anderen Farbe. Hierbei nutze ich zudem das ganze Spektrum der Farben. Von Gelb einmal ganz rum um den Farbkreis und wieder zum Gelb zurück. Dies schult nicht nur das Auge im Umgang mit Farbe, sondern es schult auch den Geist im erspühren der Farbe. So empfinde ich es zumindest. Jede Farbe mit jeder beliebigen anderen Farbe, mittels passender Form zu verknüpfen, dort forsche ich u.a.. Mittels öffnen hin zu einem breiten Farbspektrum bei jedem Bild, sprich keinem gezielten Weglassens von Farbtönen, entsteht beim suchen und forschen für mich trotzdem immer eine Möglichkeit, ein spannendes Gleichgewicht zu erzeugen. Viele Farbtöne in raschem Wechsel machen es mir möglich keine Abstriche oder Kompromisse zu machen um das gewünschte Ziel zu erreichen. Bei welchem ich das gleich gute Ergebnis von mir verlange wie bei unbegrenzten Mitteln. 

Dieser Hürde stelle ich mich um den Beweis zu erbringen, dass dies sowohl in der Kunst, als auch überall sonst möglich ist. Nämlich dass die Kraft der Kreativität immer ein gleich gute Lösung schafft mit vorhandenen Mitteln, oder Umweltfreundlichen Mitteln, wie die Methode der freien Wahl der Ressourcen. Mittels kreativem, alternativem Weg, hin zu gleich gutem Resultat dank, eben der Kreativität, ermöglicht.

Als ein weiterer, grosser und essentieller Punkt fließt bei mir der Aspekt des Zufalls in die Arbeit mit ein. Einer von zwei bereit stehenden Behältern zum Beispiel enthält Farbe, der andere ist leer und zum versorgen der gebrauchten Farbe gedacht. Ich nutze eine nach der anderen Farbe, ohne Einfluss zu nehmen auf die Reihenfolge der Wahllos ergriffenen Farben. Intuitiv reagiere ich auf die willkürlich ergriffenen Farben. Das ganze System wiederholt sich bis das Bild komplett mit Farbe bemalt ist. 

Der Aspekt des Zufalls bestätigt für mich die Möglichkeit der Korespondenz mit dem Unterbewusstsein. Das intuitive erfassen des gegebenen und das reagieren darauf ist für mich auch pure Kreativität. Deren Ursprung zu ergründen ist nicht leicht. Das Mittel des Zufalls erzeugt oft dieses Versuchsfeld, öfter als es ohne den arrangierten Zufall der Fall wäre. Ich erzeuge eine die Situation der Kreativität Tür undTor zu öffnen.

Das Reagieren mittels schnellem Abwägen auf das Gegebene, ist für mich auch eine nie endende Farbübung, um den Klang und die stärke von Farben zu harmonisieren. Dies ist mit unter der spannendste Moment für mich und er trägt vielleicht am meisten bei zum Entstandenen auf der Leinwand. Meine Kunst ist es auch Farbe zu kraftvollem zu setzen.

Durch meine Erfahrung im Bau von Skulpturen habe ich mit der Zeit begonnen meinen Maluntergründen, meinen selbst gebauten Leinwänden, Formen zu geben. Ich erachte es als bereichernd, durch die äussere Form der Leinwand, eine zusätzliche Spannung zur der bemalten Fläche zu erzeugen. Hierbei hebt sich im Idealfall weder die Form noch die Fläche von anderen ab. Sie korespondieren zusammen und bereichern so das geschehen.

Skulptur

Meine Skulpturen entstehen aus gefundenen oder im laufe der Jahre wild zusammengetragenen Alltagsgegenständen. Manchmal kaufe ich auch gezielt spannende Objekte in Brockenstuben. Liebend gerne suche und stöbere ich in diesen nach Unikaten die mir wohlwollend ins Auge stechen. Auch weil ich immer mit offenen Augen auf der Strasse Ausschau haltend suche und so Unglaubliches finde, hat sich ein grosser Fundus an Ausgangs und Rohobjekten angesammelt.

Im Prinzip mache ich aus gebrauchtem, weggeworfenem, oder anders gesagt, aus dem Abfall unserer Gesellschaft Kunst. Ich versuche moderne Artefakte unserer Gesellschaft zu erschaffen und dabei zu mahnen, mit offenem und konsequentem Geist, auch die Kunst als Resourcen verbrauchenden Teil dieser wahr zu nehmen.

Ich arbeite mit dem Material welches vorhanden ist, welches gegeben ist. Man könnte auch sagen der Aspekt des Recycling fliesst durch meine Arbeiten in das Kunstschaffen mit ein. Ich bin ein moderner Nomade der seine Umwelt zu Kunst macht. 

Das Reagieren auf etwas Gegebenes, die Idee nutzend und damit den kreativen Prozess weckend, der jedem kreativen Schaffen eigen ist und somit jedem Künstler dient und eigentlich jedem Menschen gegeben ist, dass ist für mich die Essenz, welcher ich mich bediene. Dies ist sowohl mein Ausgangspunkt als auch die Kern Aussage meiner Arbeiten. Alswohl bei meinen Skulpturen, wie auch beim Malen. 

Der Wegwerfgesellschaft steht quasi die kreative Gabe des Künstlers gegenüber. Diese Art und Weise, die Wiederbelebung von wertlosem, weggeworfenem hin zur Skulptur, hin zum Kunstvollen, durch die Kraft der Kreativität, darf bei genauem Nachdenken, gerne auch als Chance für viele andere Lebensbereiche gesehen werden. Von mir mittels Kunst vor Augen geführt. Gerne als Animation, sowie zum Nachdenken und zum Handeln, für jeden Selbst gedacht und auffordernd. 

Wie bei der Malerei, ist auch bei der Skulptur, als auch in jedem anderen Lebensbreich, das nutzen der kreativität eine Chance zur Lösungsfindung, welche viele Komponenten vereinen kann ohne kompromisslos resourcen zu verschwenden, zum Beipiel.

Ich denke damit bin ich am Puls der Zeit. Sieht man zum Beispiel die ganzen Probleme wie Umweltverschmutzung und den daraus folgenden Klimawandel geschehen. Spielen hier nicht wunderbar, die uns Menschen und speziell dem Künstler von je her gegebenen, kreativen und intelligenten Fähigkeiten, eine wichtige Rolle und geben diese nicht immer eine alternative Möglichkeit vor? Ich denke ja und ich versuche dies aufzuzeigen mit meinen Skulpturen. 

Ich sage, eine grosse, grundsätzlichste Essenz der Kreativität ist die Beseitigung von Misständen, wie auch die Verbesserung von gutem zu noch besserem. Eigentlich ist die schöpferische Gabe ein Grundlement der Evolution. Sie ist eine Weg zur Lösung von Problemen und sie ist auch eine grosse Hilfe beim Entdecken von neuem. Genau so bei der Malerei, wie bei der Skulptur und wie wie bei jeder anderen Kunstform auch der Ursprung vom geschehen.

Diese Kraft der Kreativität, darf als Antwort, muss als Antwort genutzt werden, bei offensichtlichen Missständen. An diese grosse Chance für uns als Gesellschaft will ich erinnern mit meinen skulpturalen Arbeiten. Spielerisch siedle ich den inhaltlichen Kern meiner Arbeit dort an, daran will ich erinnern mit meinen Skulpturen. 

Losgelöst davon darf jede Skulptur ein eigenes Thema haben und einen ihr eigenen Aspekt des Lebens ansprechen. Dies ist sogar Ihre Hauptaufgabe im direkten Kontakt mit dem Betrachter. Diese Aussage darf leicht oder schwer sein, etwas sagen oder auch „nur“ gefallen. Die Aussage jeder Skulptur hängt immer davon ab was als Ausgangsobjekt vorhanden ist und von der Idee die dazu kommt.

Bildskulptur

Meine „Recyclingkunst“ diese Kunst der Wiederbelebung nutzt die kreative Gabe des Künstlers zum Erschaffen von Kunstvollem aus Weggeworfenem. Als Mensch ist mir diese Form des Arbeitens als Reaktion auf die Wegwerfgesellschaft ein Anliegen und Konsequenz zu meinem Privatleben. Denn ich, der Mensch und Künstler in einem, kann nicht losgelöst von der Person die ich bin, Kunst machen. Nur im Einklang von sich und Kunst entsteht ehrliches, eigenes und für mich Wertvolles. Dies ist mir wichtig.

Die Vermischung von Bild und Skulptur ist bei mir gang und gebe und aus meiner Sicht meine Eigenheit. Diese Objekte, Bilder oder Skulpturen oder eben wie ich sie nenne, Bildskulpturen, sind verschieden bearbeitete und oftmals noch zum Schluss bemalte Werke. Sie zeichnen sich durch ein paar Eigenheiten aus die ich erklären möchte. 

Es gibt zwei Arten von Bildskulpturen in meiner Definition. Die eine Variante ist aufgehängt an die Wand. Die andere Variante steht im Raum. Einmal als klassisches Bild gezeigt, also an die Wand gehängt und einmal als Skulptur gezeigt, also in den Raum gestellt. Beim erarbeiten dieser Mischform zwischen Bild und Skulptur, entstand im laufe der Zeit der Begriff der diese zusammenfasste, eben die Bildskulptur. Diese zwei Varianten von ein und dem selben gibt es. 

Die Grenze zwischen gemaltem Bild und Skulptur löse ich auf mit diesen Arbeiten. In diesen neuen „Stand“ erhoben möchten meine Bildskulpturen die Phantasie des Betrachters anregen, sie ziehen dessen Blick auf sich und erklären sich selbstbewusst als legitim. Dieses riesige Potential versuche ich nach meinen Möglichkeiten auszuschöpfen. Hier empfinde ich Potential, um eine neue Sprache, um meine eigene Sprache zu erzeugen.

Thematisch geht es mir bei meinen Bildskulpturen, wie bei der Malerei und den Skulpturen, wie bei allen meinen Arbeiten, um die Kraft der Kreativität und um das Reagieren mittels der uns gegebenen Kreativität, unterstützt durch Intuition,.Von der Idee hin zum Werk mit Aussage. Alles Zusammenspiel dient dem öffnen der Mysterien im Inneren, zum Ausdruck der inneren Mysterien, in Bild und Skulptur. Ein Spiegelbild unseres Innenlebens und unserer unmittelbaren Umwelt in Gefühle und Bildgeschichten verschmolzen, mit der Sprache die Kunst gennant wird, dies versuche ich.

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